Skorpione in meinem Schlafsack!!!

Wenn du nicht gerne liest, fühl dich frei den Text zu überspringen, um dir die Fotos und Videos anzusehen.

Unser Missionar Marc ist mit großen Neuigkeiten aufs Gelände gekommen. Es schien, als wollte ihm ein amerikanischer Missionar, der aus Süd Sudan ausreist seinen umgebauten Toyota Land Cruiser für 10.000 $ überlassen und er hatte dabei als erster das Angebot!!! Und das für ein Auto, an welchem schon die Regierung und NGOs (nichtstaatliche Organisationen) großes Interesse gezeigt haben, ganz zu schweigen davon das der wahre Wert des Autos bei weit über 30.000$ liegt. Der Amerikaner hatte erkannt das dieses Auto tatsächlich zum Segen eingesetzt werden könnte, um weit entfernte unerreichte Stämme zu erreichen und somit diese schwere Aufgabe vor der die in der Region arbeitenden Missionare stehen zu erleichtern. Was für eine Changce. Der einzige Haken an der Sache war, das er zehn Tage hatte um das Geld zusammen zu bringen, anderenfalls würde das Auto zu einem höheren Preis an die NGOs verkauft werden, die schon Geld zurück gelegt hatten. Da haben wir erstmal schwer geschluckt.




Kann Gott die kleine Organisation, welche im Südsudan angefangen hat zu arbeiten und auf keine Fonds zurück greifen kann/nichts in den Taschen hat, wirklich in so einem kurzen Zeitraum mit dem Geld versorgen? Natürlich kann er, und das haben wir auch bald erfahren. Wir haben im Glauben gebetet und ob ihr glaubt oder nicht, in nur zwei Tagen war das Geld da! Aus Kenya, Europa und Nord Amerika. Wusstet ihr, das Gott eine Leidenschaft hat für seine Arbeit auf dem Missionsfeld? Er ruft seine Kinder unter den Verlorenen. Was für ein Privileg in diesem Rufen an seiner zu arbeiten. Jehova Jira!

Wir konnten das Auto untersuchen und sicher machen und zurück zu unserem Camp in Kenia fahren, um sicher zu gehen das alles gut funktioniert für die anstehende Arbeit und glaubt mir es kommt viel Arbeit auf dieses Auto zu! Auf der langen Fahrt nach Hause merkte ich, das es einige Teile gab, die abgenutzt ware und ersetzt werden müssen und das teuerste auf dieser Liste war die Werkzeugkiste für 2500$. Autsch. Wir haben wieder gebetet und Gott hat uns wieder innerhalb von wenigen Tagen versorgt! Diesmal sogar durch einen jungen Mann in Australien! Wow. Wir konnten nun die Teile kaufen und das Auto reparieren. Was jetzt dran war ist eine gute alte Probefahrt. Bei der Möglichkeit machten wir das meiste daraus.

  1. Wir wollten Marks Familie und all ihre Sachen in den Südsudan mitnehmen, um ihnen beim Umzug in ein vor kurzem von uns gebautes Haus auf dem Missionsfeld. - hier kannst du mehr darüber lesen -

  2. Wir wollten auch Bwala und seine Familie in den Südsudan mitnehmen (ein anderer Kenyanischer Missionar, der dort arbeitet)

  3. Wir konnten es einrichten, das ein ausgebildeter Lehrer, der Mission auf dem Herzen hat, zu uns kommt und alle Kinder unterrichtet, sodass die Mütter freigestellt sind und eine Grundschule vor Ort gründen können (ein weiteres Projekt an dem wir zur Zeit in der Region arbeiten)

  4. Wenn du unsere Berichte/Geschichten bisher gelesen hast, erinnerst du dich das wir unseren Truck im Südsudan gelassen haben, um bei dem Aufbau der Häuser zu helfen. Er war jetzt ca. sechs Monate in der Wüste und musste unbedingt für Reparaturen und Wartung nach Hause kommen. Also war es auch eine Möglichkeit den Unimog nach Hause zu bringen. (Der einzige Punkt der mir Sorgen machte war, ob wir ihn starten können, um ihn zurückzufahren, denn es würde keine Möglichkeit geben ihn da draußen zu reparieren.)

  5. Wenn das alles noch nicht den Rahmen sprengte wollten wir einen Lehrer aus Tansania, der Gemeinden gründet, einladen. Er arbeitet mit Multiplication Network Ministries, um die neuen Jünger zu lehren. Das Ziel ist sie vorzubereiten selbstständig zu multiplizieren und eine neue Welle an Jüngern auszulösen, sodass wir die ganze Region innerhalb von fünf Jahren erreichen!

Wir wollten all diese Dinge versuchen und umsetzen weil wir 1. es konnten und 2. um das meiste aus unseren Finanzen zu machen. Denn Visa kosten 100$ dazu das Benzin für hin- und Rückweg + Essen und Unterkunft und wir sind bei 1000$!

Ein voll bepacktes Auto

Wir sind mit einem von innen und außen voll bepackten Auto losgefaren (10 Menschen und ein Haushalt) und haben uns auf eine lange und anstrengende vier-Tages-Reise gemacht. (Wach gehalten hat uns hauptsächlich das Monsun Wetter) wurden wir plötzlich um ca 4 Uhr morgends aus dem Schlaf gerissen! Wir haben bei einer Geschwindigkeit von ca. 80 km/h die Kontrolle über das Auto verloren und es ist vom Weg abgekommen und in den Graben geflogen!!! Wir sind hoch und runter gesprungen durch eine Reihe von kleinen Sprüngen, während das Auto durch Wasser, Büsche flog und die Inhalte des Autos großzügig verteilte. Die Leute waren am durchdrehen, schreiend und kreischend, um Bewahrung betend sahen wir den Sternenhimmel, dann Wasser das über das Auto spritzte während wir durch große Pfützen flogen, dann wieder den Himmel und dann Büsche. Wir waren so dankbar das niemand verletzt war und das Auto in Ordnung war. Ehrlich gesagt waren wir etwas erchüttert nach diesem Vorfall und konnten nicht mehr so gut schlafen seitdem.


Als wir an der Grenze ankamen wurden wir für drei Tage vom Wetter aufgehalten. Wir mussten viele Flüsse überqueren und der Monsum Regen hatte gerade begonnen, das machte die Wege schier unbefahrbar, sogar mit einem neuen leistungsstarken Land Cruiser.

Beim Versuch herauszufinden, ob das Überqueren sicher ist oder nicht

Drei Tage später gab es einen Umschwung im Wetter und die Möglichkeit nutzten wir, über mehrere kleine Flüsse führen wir richtung Niemandsland, einer Gegend voller Verbrecher und Viehdiebe, also kein Ort an dem man stecken bleiben will! Während wir im ersten Gang einen steilen schlammigen Hang hoch krochen erzählte uns einer der Mitfahrer wie er vor weniger als einem Monat an exakt dieser Stelle mit einem Gewehr bedroht wurde, super dachte ich, sehr beruhigend.....

Männer mit Gewehren warteten auf dem Hügel

Das Abenteuer erreichte seinen Höhepunkt als wir stecken blieben, das musste natürlich sein, sonst wäre es ja kein richtiges Abenteuer. Die Reifen drehten in dem tiefen weichen Schlamm durch, wir hatten die Due Diligence nicht dabei, um rauszufinden wie die Winde einzusetzen war. Wir konnten ziehen und schieben soviel wir wollten, das Auto war nicht rauzubekommen. Viele Stunden später, wie es in diesen Teilen der Erde immer der Fall zu sein scheint, formte ich eine kleine Menschenmenge (obwohl es Niemandsland war und sich auch niemand in der Gegend aufhalten durfte). Nach viel schieben und ziehen konnten wir rückwärts rausfahren. Die neue Taktik, um nicht über Nacht im Niemandsland zu sein, war es Schnell zu sein. Wir fuhren so schnell wir konnten, um durch den nassen klebrigen Schlamm zu kommen, sind wir ein paar mal vom Weg geholpert und gerutscht. Durch einen der Sprünge mit dem Auto kam es dazu, das die Hälfte des Gepäcks vom Dach in ein paar tiefe schlammige Pfützen flog! Aber wir waren durch, sicher auf der anderen Seite angekommen. Seht euch die Videos unten und die Fotos hier an, um einen besseren Eindruck davon zu bekommen wie alles war. #RichtigesAbenteuer


Als wir uns dem Dorf näherten wurden wir von einer Gruppe Einwohner empfangen die die Straße blockierten. Erst war ich mir nicht sicher, ob das ein gutes Zeichen war oder Grund zur Sorge. Aber als wir angehalten haben, fingen sie an zu singen und zu tanzen, um unsere Ankunft zu feiern. Eine Ziege wurde vor unseren Augen geschlachtet und wir wurden die letzten fünf Kilometer zu Fuß nach Hause begleitet, es wurden immer mehr je näher wir dem Dorf kamen (Ich habe noch nie so ein Willkommenheißen wie dieses erlebt, ein Zeugnis für die gute Arbeit die Mark und sein Team dort tun, da bin ich mir sicher).

Tanzend bei der Willkommensparty

Als wir uns vor Marks neuem Haus von dem Dorf verabschiedeten machten wir uns ans einquartieren für die Nacht, dazu mussten wir zu allererst die Skorpione die unsere Schlafquartiere besetzten töten. Ich dachte mir es wird das Beste sein ein Zelt in meinem Zimmer aufzubauen, um die unheimlichen Krabbeltiere von meinem Bett fern zu halten, dazu später mehr....

Wie wir die unheimlichen Krabbeltiere aus dem Schlafzimmer jagten

Michael von MNM hat über mehrere Tage ein Training durchgeführt mit den dreißig Jüngern, darin lernten sie wie sie ihrerseits anfangen können neue Jünger zu schulen, Zeichen einer gesunden und kranken Gemeinde, wie sie sich erste Gedanken zum Thema Gemeindegründung machen können, dabei wiederholten sie bereit gehörte Geschichten aus der Bibel, das gab ihnen Zeit zu üben wie man sie anderen erzählt und ihre Fragen zu beantworten, genauso wie gute Lehrstellen für die Geschichten zu entdecken. Eine sehr gute und fruchtbare Zeit, die sehr gut in diese unerreichte mündliche Kultur passte. Bitte denk daran, lieber Leser, das es sich hier um Gläubige handelt, die keine Bibel in ihrer Muttersprache haben. Sie sind analphabeten, nomadische Hirten, die ein sehr anderes Leben haben als du oder ich.

Ich glaube ich bin eine Ablenkung durch mein Fotografieren – ups.

Als ich in meinen Schlafsack krabbelte kam mir der Gedanke, ich sollte ihn ausschütteln, um auf der sicheren Seite zu sein. Und wisst ihr was?! Ich bin froh, das ich es getan habe, weil dort ein Skorpion rausfiel und auf meiner Matratze landete. Super, ich überlegte mir die Nacht hier zu schlafen und den Rest der Zeit hier zu einer Hängematte zu wechseln. (Der Rest des Teams schläft immer in oder auf dem Auto oder Truck, weil sie schon zu viele Begegnungen mit Skorpionen oder Schlangen in dieser Region in ihren eigenen Betten hatten....Vielleicht werde ich das nächstes Mal machen.)

Ich weiß er ist klein, aber ich will ihn trotzdem nicht in meinem Schlafsack!

Nach nur wenigen kurzen Tagen, die schon verkürzt wurden durch unseren Hinweg, war es Zeit an den Rückweg zu denken. Flüge mussten erwischt werden und das Leben sollte weiter gehen. Aber dann fing es an zu regnen und weiter zu regnen und zu regenen. Die Flüsse die wir auf dem Hinweg überquert hatten, waren schon tief und waren jetzt noch zwei Meter tiefer geworden, die Straßen die rutschig waren wurden noch schlimmer. Es sah wieder danach aus, als müssten wir erneut abwarten. Um die lange Geschichte zu verkürzen lasse ich euch wissen das wir es nach einer ... drei-Tages-Fahrt nach Hause geschafft haben.

Ich bin froh sicher zu Hause angekommen zu sein.

Vielen Dank dafür, das ihr im Gebet hinter uns steht und uns finanziell unterstützt, wir könnten es wirklich nicht ohne eure Hilfe schaffen. Afrika ist im Vergleich zum Aufwachsen in Asien nicht günstig, wie ihr gelesen habt ist der Preis für ein gebrauchtes Auto oft bei über 20.000$, was verrückt ist, wenn man aus dem Vereinigten Königreich oder Indien kommt. Im kommenden Jahr haben wir viele Reisen und viele weitere Projekte die anstehen, unter anderem auch Gastgeber zu sein für ein Team aus der Schweiz und ihnen in einem Monat die Missionsarbeiten in ganz Kenya zu zeigen, mehr Reisen in den Sudan, Flüge ins Vereinigte Königreich, nach Deutschland und Kanada. Betet um Weisheit, das wir mehr und besser wirken können in der Gemeinschaft in der wir sind und bei den Menschen denen wir dienen wollen, und dabei Zeit zu finden die Sprache zu lernen. Wenn du in Deutschland, dem vereiniten Königreich oder Kanada bist und uns besuchen möchtest, lass es uns wissen, sodass wir es einplanen können, denn wir würden dich liebend gerne sehen und mit dir teilen was Gott hier tut. Und wenn du uns unterstützen möchtest, lass es uns auch wissen.

Diese Videos wurden ursprünglich für Instagram gemacht, verzeihung wenn sie so eher Menschen zeigen als Landschaften – folgt mir auf Instagram, um sie life zu sehen ;) @JoshuaBRex

Mehr Fotos von unserer Reise hier



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